Wicked Software - Roundabout

Ausgefallen gut ins Netz!

Hinter dem Namen Wicked Software stehen ausgefallen gute und begeisterte Entwickler, für die Software wesentlich mehr ist als funktionierender Code. Wicked Software hat sich auf Joomla! spezialisiert und bietet moderne und flexible Erweiterungen.

Wir schreiben in unseren Blog mit und über Joomla!, unsere Software, Tricks & Tipps und alles was uns in den Sinn kommt und uns nützlich erscheint.

Viele kennen das Problem. Grafiker selbst liefern Arbeiten ab, die ihnen nicht gefallen, Programmierer bezweifeln die Machbarkeit und Projektmanager und Konzepter beschweren sich, weil sie mehr von der Arbeit erwartet haben oder bessere Resultate erzielen möchten, um dem Kunden ein qualitativ hochwertes Produkt präsentieren zu können und somit das eigene Ansehen oder die eigene Stellung zu verbessern.

Am Ende erhält jeder, der nachfragt, die gleiche Antwort: Zu wenig Zeit für Kreativität.

Aber warum ist das so?

Viele Agenturen schrumpfen und wachsen – natürlicherweise – mit der Anzahl und Größe ihrer Kunden. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen fordern kreative und überwältigende Ideen, haben aber nicht das Verständnis für ein höheres aber gerechtfertigtes Budget. Das bedeutet nicht, dass sich für "abgefahrenere Ideen" der Stundenlohn verdoppelt, sondern dass diese Ideen reifen müssen und somit schlichtweg mehr Zeit benötigen, bis sie gefunden oder final ausgearbeitet sind.

Ein übergreifendes Problem ist die Zeit. Oft erhält man das Briefing oder die Freigabe bzw. den Auftrag erst, wenn die Zeit ohnehin schon sehr knapp ist und soll dann noch mal eben eine außerordentlich kreative Leistung erbringen. Das funktioniert in den wenigsten Fällen und hat mit viel Übung, Mehrarbeit (Überstunden) und einem zusammen haltenden Team zutun. Wie man seine Kreativität durch Übung steigern und diese dadurch einfacher abrufen kann, erklärte Alma Hoffmann bei der Smashing Conference 2017 in Freiburg (Video).

In Verbindung mit der fehlenden Zeit schleicht sich auch die fehlende Recherche ein. Auch Kreative benötigen Denkanstöße oder Grundbausteine für eine Idee, die nicht aus dem Nichts kommt, sondern durch Recherche – wie diese aussieht, ist ganz egal. Der einfachste Weg ist das Internet. Hier gibt es Webseiten zu allen Themen, auf denen man Ideen findet, die man weiter spinnen, verbessern und verändern bzw. auf die Kundenbedürfnisse zuschneiden kann. Aber diese Recherche muss eben erst einmal betrieben werden.

Zeit ist Geld

Viele Mitarbeiter brauchen viel Zeit und verschlingen viel Geld. Geld, das der Kunde nicht bezahlen möchte. In größeren Agenturen, in denen viele Aufträge parallel abgearbeitet werden müssen, um Fixkosten zu decken, gibt es leider keine Teamarbeit mehr. Fehlende Brainstormings, in denen die eine Idee zur Andern führt und somit das Maximale aus einem kleinen Funken heraus geholt werden kann, werden nicht durchgeführt. Jeder Kreative ist auf sich allein gestellt und kann nur das nutzen, was ihm zur Verfügung steht: Internet und vorhandene Literatur. Auch werden nicht ständig neue Bücher für neue Denkanstöße gekauft, denn das kostet im ersten Moment nur Geld und der sog. "Long-Term-Use" wird ausgeblendet.

Dass der Markt der "Kreativen" überschwemmt ist, da dies kein geschützter Beruf ist, sollte jedem bekannt sein. Doch die Guten unter diesen erkennt man oft daran, dass sie ihren eigenen Qualitätsanspruch sehr hoch stecken. Sie liefern lieber ein wenig nach der Deadline ab, dann allerdings etwas, was besser und überzeugender ist, als vielleicht die erste Idee, die sie verfolgt haben, um den Auftraggeber zu überzeugen. Ein Grafikdesigner, der weiß, dass er lediglich die Aufgaben abarbeitet, die Zeit einhalten muss und dem Kunden in Punkto Gestaltung nichts empfehlen darf, wird seine eigenen Qualitätsansprüche nie höher schrauben, als das Minimum.

Die Lösung?

Um dem Ganzen entgegen zu wirken, müssen Arbeitgeber, Netzwerker, Selbstständige und Mitarbeiter etwas ändern. An sich selbst. Der Vertrieb sollte dazu angehalten werden, den höheren Preis mit besserer Qualität zu rechtfertigen, statt Rabatte einzuräumen. Kreative Arbeit darf nicht auf den Kunden und somit den Auftraggeber abgewälzt oder übertragen werden, da diese genau wegen dieser Leistung die Agentur beauftragt haben – selbst wenn das der Wunsch des Auftraggebers ist. Die Zeit und damit verbunden die Deadlines müssen gemeinsam mit dem Kunden so gesteckt werden, dass die Zeit ausreicht, um Ideen zu entwickeln und nicht nur etwas vergangenes zu kopieren. Kreativ-Teams müssen gemeinsam Ideen sammeln – die weitere Ausarbeitung kann weiterhin jeder Mitarbeiter selbst vornehmen. Wenn das alles gefördert wird, ist auch der Spass an der Arbeit wieder zurück und ein wenig Mehrarbeit, um den Qualitätsanspruch zu erhöhen und die maximale Qualität an den Kunden auszuliefern zu können, ist kein Problem, sondern eben Spass.

Es gibt lediglich einen Punkt, der absolut subjektiv ist: der "persönliche Geschmack des Kunden". Diesen gilt es von der Idee zu überzeugen.

Selbstverständlich sollte auch eine Anerkennung des Arbeitgebers für besonders gelungene Projekte sein. Denn das stärkt das Selbstbewusstsein eines jedes Mitarbeiters und spornt zu weiteren, coolen, kreativen und überwältigenden Ideen an!

Qualität Kundenzufriedenheit Projekte
Autor: Simon Schäfer
Simon Schäfer

Ich bin Projektmanager für Onlinemedien und betreue Kunden von der Idee, über die Konzeption bis zum Rollout ihrer Website oder Software-Application. Als Manager in einer Agentur erhalte ich Einblicke in viele Themen und versuche uns und anderen, Fehler nur einmal zu begehen und eine gute Lösung zu schaffen.